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Gunter Damisch
Zeichnungen und Skulpturen

Der 1958 in Oberösterreich geborene Gunter Damisch, vor allem als Maler renommiert, war (und ist) auf vielen kreativen Pfaden unterwegs. Was sich (eindrucks­voll und dicht) auf flächigen Malgründen abspielt, ist im Dreidimensionalen ähnlich zugange. Auch dabei sind es komplizierte Manöver der besonderen Art. Assoziatio­nen an wehrhaft stachelige Blumen, Kriechtiere und Tiefseefische sind durchaus an­gebracht.

Jene stoppeligen Umrisse, die Damisch malt, sind anders, aber durchaus gleich­bedeutend an seinen Plastiken zu finden. Auch da misstraut er dem Glatten und besetzt die geschlungenen und geschwungenen Bahnen und Verläufe unzimperlich mit stacheligen Ausstülpungen.

Inzwischen besteht (und überzeugt) die Plastik längst als ein eigener selbstständiger Bereich innerhalb des Gesamtschaffens. Wohl im deutlichen Zusammenhang mit dem, was Damisch sonst noch beschäftigt, aber spezifisch auf das hin angelegt und ausgerichtet, was nicht gut anders dargestellt werden könnte. Aber vor allem sind die plastischen Hervorbringungen (als Pflanze oder Tierkörper) handliche Modelle für kosmisches Geschehen, das in alles hinein- und dort mitspielt, was Damisch gestaltend bewirkt. Es ist ein in Wirklichkeit weites und breites Thema, das ihn so seit gut zwanzig Jahren beschäftigt. Und seiner Natur zufolge ihn noch ebenso lang und weiterhin ganz beschäftigen könnte.

Titelbild: O.T., 1997/98 Aquarell (Ausschnitt)


FOLGE DER LINIE, SAGT DIE HAND ZUM AUGE, SCHAU WOHIN DIE WEGE FÜHREN, DURCH SCHLITZE, PFORTEN, TÜREN, NEUEN RÄUMEN AUF DER SPUR HINDURCH HINAUF HINUNTER, DORT EIN ORT, HIER EINE NEUE WELT, DAS SCHAUEN IST EIN UNERMESSLICH SCHWEIFEN UND
STREIFEN DURCHS GESTRÜPP, ZURÜCK ZUR KLARHEIT DER DICHTE, ORDNE UND SCHICHTE, VERWEILE UND ZERSTREUE DICH, VERLOREN GEBORGEN GEBUNDEN AN DEN STRICH DES ZUFALLS, DER DEM ZERFALL EIN NETZ WEBT, HIER EIN KNOTEN DORT EIN KREUZPUNKT, SPRITZER, SCHLIEREN
ZIEREN DURCH IHR SEIN DIE LEERE ZUM GESANG DER BILDER.
GUNTER DAMISCH


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