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Hans Dragosits

Es war ein konsequenter Weg, der Hans Dragosits zu seinem großen Thema, der Zeit, geführt hat. Ursprünglich von religiösen Bezügen eingenommen, reduzierte er das Bildsujet auf Buchstaben und Schrift. Selbst diese Zeichen galt es noch zu ",zertrümmern". In der Differenz von Zeichen und Bezeichnetem liegt ein weites Feld Ästhetischer Erkundungsmöglichkeiten, das Dragosits an verschiedenen Beispielen, so etwa beim Namen JESUS, durchexerziert. Es geht dabei nicht nur um formale und abstrakte Gestaltung, sondern um Inhalte mystischen Geschehens.

Ästhetik wird hier zu nichts weiterem als zu Metaphysik, zur Beschäftigung mit dem Sein selbst. Und hier suchte der abendländische Geist stets nach der großen Konstante, nach dem letzten Sinngerüst des Lebens. Für den Sucher Dragosits wird dies zudem immer wieder die Obsession eigener gleichsam mystischer Erfahrung, wenn er sich in äußerst reduzierten geometrischen Formen an einer großen Paradoxie abarbeitet: dass n(5mlich die einzig tragfähige Konstante des Seins die Zeit ist.

In mühsamer und diffiziler Handarbeit verdichtet er unendlich viele zarte Linien zu Zeitrasterstrukturen. Eine solche Struktur konnte man im Jahre 2003 in Form einer spektakulären Lichtinstallation im Architekturforum Tirol sogar begehen - die Zeitstruktur wurde damit in die Dimension des Raumes erweitert.

Die ausgestellten, durch formale Makellosigkeit höchst ästhetischen Gebilde, Einzelbilder wie Bildserien, die in der dem Künstler eigenen kompromisslosen Radikalität immer wieder an das physische wie geistige Scheitern heranreichen, erzählen nicht nur die Geschichte von der Konstanz der linearen und zyklischen Dynamik der Zeit, sonder sind zugleich selbst Protokolle der Sinn- und Lebenszeit des Menschen Dragosits.

Biographie:  
1941
geboren in Innsbruck
1966 - 91 AHS-Lehrer in Lienz und Innsbruck
seit 1978 intensive Beschäftigung mit Kunst
seit 1992 Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen
Einzelausstellungen:
 

1992

"Sanctus-Zyklus" im Rahmen "Kunstraum Kirche -ein Experiment", Innsbruck
1994 "Die sieben letzten Worte Jesu am Kreuz" , Stift Wilten, Innsbruck, und Katholische Hochschulgemeinde Graz

1996

"Von einem Versuch der Tilgung der Zeit", Zimmertheater Otto Grünmandl, Hall i. Tirol

1997 "Annäherungen", Galerie am Grillhof, Vill bei Innsbruck
1997 "Von einem Versuch der Wahrnehmung der Zeit", Theologische Fakultät Graz
1998 "Reihungen", Zimmertheater Otto Grünmandl, Hall in Tirol
2000 "Sinnlich - konkret", htl-galerie, Innsbruck
2003 "Licht - Zeit - Raum", Architekturforum Tirol, Innsbruck

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