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war ein konsequenter Weg, der Hans Dragosits zu seinem
großen
Thema, der Zeit, geführt
hat. Ursprünglich von religiösen
Bezügen eingenommen, reduzierte er das Bildsujet auf
Buchstaben und Schrift. Selbst diese Zeichen galt es noch
zu ",zertrümmern". In der Differenz von
Zeichen und Bezeichnetem liegt ein weites Feld Ästhetischer
Erkundungsmöglichkeiten, das Dragosits an verschiedenen
Beispielen, so etwa beim Namen JESUS, durchexerziert. Es
geht dabei nicht nur um formale und abstrakte Gestaltung,
sondern um Inhalte mystischen Geschehens.
Ästhetik wird hier zu nichts weiterem als zu Metaphysik,
zur Beschäftigung mit dem Sein selbst. Und hier suchte
der abendländische Geist stets nach der großen
Konstante, nach dem letzten Sinngerüst des Lebens.
Für den Sucher Dragosits wird dies zudem immer wieder
die Obsession eigener gleichsam mystischer Erfahrung, wenn
er sich in äußerst reduzierten geometrischen
Formen an einer großen Paradoxie abarbeitet: dass
n(5mlich die einzig tragfähige Konstante des Seins
die Zeit ist.
In
mühsamer und diffiziler Handarbeit verdichtet
er unendlich viele zarte Linien zu Zeitrasterstrukturen.
Eine solche Struktur konnte man im Jahre 2003 in Form einer
spektakulären Lichtinstallation im Architekturforum
Tirol sogar begehen - die Zeitstruktur wurde damit in die
Dimension des Raumes erweitert.
Die
ausgestellten, durch formale Makellosigkeit höchst ästhetischen
Gebilde, Einzelbilder wie Bildserien, die in der dem Künstler
eigenen kompromisslosen Radikalität immer wieder an
das physische wie geistige Scheitern heranreichen, erzählen
nicht nur die Geschichte von der Konstanz der linearen und
zyklischen Dynamik der Zeit, sonder sind zugleich selbst
Protokolle der Sinn- und Lebenszeit des Menschen Dragosits.
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