Die
Ausstellung Abstraktion führt in einem vielseitigen Spektrum die aktuelle Situation
der ungegenständlichen Malerei in Österreich vor. Die
Tendenzen reichen von expressiv orientierten Tendenzen mit Schwerpunkt
auf dem Malprozess per se, über monochrom Farbfelder bis hin
zu geometrisch konstruktiven Bildkonzeptionen.
Die
abstrakte Malerei ist in der heutigen internationalen Kunstszene
ein essenzielles Kapitel, das fortlaufend spannende und Impuls
gebende Ergebnisse auf dem Tableau erzielt. Trotz des oftmaligen
Todestoßes des Tafelbildes, der mit dem Thema der Abstraktion
- also der Analyse bis zur Auslöschung - eng verbunden ist,
hat das abstrakte Gemälde immer wieder Renaissancen erlebt.
Besonders in Österreich treffen wir auf essenzielle Positionen,
die zur Speerspitze der heutigen Malereisituation zu zählen
sind. Ihr Abstraktionsbegriff ist vielfältig:
Herbert
Brandls Gemälde basieren auf dem reinen malerischen
intuitiven Agieren des Künstlers, der in seinen monumentalen
Farbfeldern "Erinnerungsfetzen" von Natur einfließen
lässt, ob Licht, Raum, Horizont, Panorama. Auch bei Hubert Scheibl,
Walter Vopava und Arthur Salner spielt Raum und luminöse Präsenz
von Farbe eine große Rolle. Bei Scheibl sind es mehr die durch
Fotografie und Video inspirierten Illusionen von räumlicher
Wahrnehmung, bei Vopava der mächtige Bildraum per se, der in
Hell-Dunkel, Masse und Transparenz ausgelotet wird. Salner lässt
geometrisierende dunkle Formen auf dem sphärischen Bildgrund
schweben. Ahmet Oran und Erwin Bohatsch tendieren stärker in
die Monochromie. Während Bohatsch sensible Farbräume am
Rande des Verschwindens sensibel malerisch umsetzt, malt Oran stille
meditativ anmutende lntrospektionen des transzendentalen Raums. Jakob
Gasteigers Bilder changieren zwischen monochromer Malerei und minimalistischem
Objekt. Mit einem breiten Kamm zerfurcht er die Farbmaterie und erzielt
dadurch gleichmäßige Strukturen auf der Oberfläche.
In den neueren Arbeiten wendet sich Gasteiger vermehrt der geschütteten
Farbe auf dem Bildträger zu, prozessual bedingte Malvorgänge
zwischen grafischer und malerischer Qualität. Walter Obholzer
und Hans Grosch betreiben einen mehr konstruktiv geometrische Bildsprache
- sensible Balancen zwischen Linie und Fläche, Figur und Grund
in seriellen Abfolgen. Josef Schwaiger nimmt eine auf Experiment
und Analyse orientierte malerische Haltung im abstrakten Spektrum
ein. Farbwahl, Pinseiduktus, Ablauf von der Grundierung bis zum vollendeten
Bild sind streng vorgegeben. |