Neudorf 40
A-6235 Reith im Alpbachtal
Tel.: ++43 (0)5337 63666
Fax: ++43 (0)5337 63635
Mobil: 0664 352 33 58
E-Mail: galerie.schmidt@tirol.com


Unterer Stadtplatz 5
A-6060 Hall i.T.
Tel.: ++43 (0)5223 56841
Fax.: ++43 (0)5223 56841
Mobil: 0664 352 33 58
E-Mail: goldener.engl@tirol.com

ANGELIKA KRINZINGER
EVA SCHLEGEL



Titelbild: Gladiatoren o.T. 2005
Inkjet auf Papier ed. 3
30 x 30 cm  oder   12 x 12 cm

Zeit im Bild

Da ist ein Zeitloch, 2000 Jahre fielen durch. Es ist dunkel dort drin. Man kann es sehen - auf einem Foto.
Und da ist ein Riss, der sich wie eine Gletscherspalte im ZickZack durch den Schädelknochen fräst.
Angelika Krinzinger fotografierte Schädelverletzungen von Gladiatoren, die diese vor ca. 1800 in der Arena von Ephesos erleiden mussten. Manche starben daran. Viele.
Auf einem Foto ist eine Delle im Knochen zu erkennen. Man hört noch das Krachen, Die Delle sieht einem Auge ähnlich - Geschichte zwinkert. Die Geschichte eines Moments.
Angelika Krinzinger ist wieder auf Spurensuche. Eine Fährte, der sie nachspürt ist Schmerz. Ihre Fotos konservieren ihn, machen Ihn sichtbar, stellen den Moment des Geschehens wieder her: Die Menge tobt, nein. nicht alle. Manche wenden sich ab. Andere schreien vor Begeisterung.
Der Moment ist vorbei, ist Geschichte, im nächsten Augenblick. Angelika Krinzinger belichtet ihn in ihrer Serie "Gladiatoren".
Die begeisterte Menge ist längst heimgegangen, in der Anonymität verschwunden. Der Moment gehört dem Menschen, dessen Schädel auf dem Foto zu sehen ist. Der Moment gehört der Zeit. Auf den Fotos ist sie still, bewegt sich nicht. Der Betrachter bleibt allein mit dem Moment. Die Spuren sind einzigartig, losgelöst aus Masse und Fortdauer, werden sie zum ästhetischen Schauplatz.
Der Schädel bleibt auf den Fotos als komplexes Ganzes erhalten, er steht stellvertretend für den Körper. Die Fotografin betrachtet ihn auf ihre Weise, löst ihn los und lässt uns mitschauen. Der Rest ist historisches Mikado mitten im Weltgeschehen. Angelika Krinzinger hat das Wackeln des Stäbchens eingefangen.Sie hält es fest.

Michael Hausenblas

 

Die erste Reaktion auf sich Entziehendes ist die Verstärkung des Appetits. Das Zurückweichen des Bildes, auch des Textes, in die Unschärfe, verschärft die Unterstellung, dass sich etwas Großartiges und Geheimnisvolles verberge, etwas, das es verdient, entschleiert zu werden. Aber auch wenn die Ökonomie des Geheimnisses sich heute mit etwas weniger drastischen Tönen als in Spätrenaissance und Barock erklären lassen würde, so ist doch zumindest jene Fähigkeit des Unscharfen und sich Entziehenden geblieben, die Aufmerksamkeit des Betrachters in ungewöhnlicher Weise auf sich zu konzentrieren: eben nicht durch eine besondere Information, sondern durch das Unterschreiten des üblichen Informationsniveaus. Darin haben sich auf aufregende Weise Bild und Text im Barock verschworen und in einem bizarren Verwechslungsdrama, das Text für Bild und Bild für Text ausgegeben hat - die Krönung der von Derrida so genannten gräcoromanischen "Grammatologie" - die Emblematik geboren, eine neue, rätselhafte Urschrift, in der, wie in jeder ursprünglichen oder adamitischen Notation, Bild und Text eine Einheit bilden.

Elisabeth von SAMSONOW



o.T. 2005    Lambdaprint   100 x 70 cm    ed. 5

Ausstellungen 2008
Unser Programm Ausstellung 2007
Anfahrtskizze
Bilderangebot Ausstellungen 2005
Künstlerliste Die Ausstellungen  2004
die aktuelle Ausstellung Ausstellungen 2003